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Autogenschweißgeräte: Hintergründe & Tipps zum Kauf

Autogenschweißgeräte werden auch als Schweißbrenner bezeichnet. Sie kommen beim Autogen-Schweißen, welches auch als Gasschmelzschweißen bekannt ist, zum Einsatz. Bei diesem Schweißverfahren tritt ein Gemisch aus Sauerstoff und Acetylen aus der Düse. Dieses wird entzündet und schmilzt mit Temperaturen von bis zu 3.200 Grad Celsius den Schweißdraht, um zwei Metallwerkstücke miteinander zu verbinden.

Im Folgenden erhalten Sie Informationen, Tipps und Empfehlungen zum Autogenschweißen und zu den dafür verwendeten Schweißgeräten.

Hintergründe zum Autogenschweißen

Das Autogenschweißen zeichnet sich dadurch aus, dass in einem Schweißbrenner ein Brenngas mit Sauerstoff vermischt wird, sodass eine Flamme entsteht.

Diese bringt den Schweißdraht zum Schmelzen, oxidiert ihn aber nicht. Auf diese Weise lassen sich zwei Werkstücke miteinander verbinden.

Grundlegende Funktionsweise von Autogenschweißen

Der Schweißbrenner funkioniert folgendermaßen:

  1. Ein Autogenschweißgerät besitzt ein Griffstück. Es ist mit den Anschlüssen für die beiden Gase versehen. Die Brennerdüsen werden an die Stärke des Werkstücks, das bearbeitet werden soll, angepasst, sodass der Flammenkegel auch optimal passt.
  2. Mit Schläuchen werden die Gasflaschen am Griffstück angeschlossen. Dieses besitzt ein Mischrohr. Der Sauerstoff steht unter einem höheren Druck als das verwendete Brenngas. Deshalb wird letzteres durch den Sauerstoff in das Mischrohr eingesaugt.
  3. Dann erst gelangt das Gemisch zur Brennerdüse und erzeugt dort eine hohe Flammentemperatur.
  4. Durch Ventile am Griffstück können Sie die Gase regulieren. Wichtig ist, die beiden Schläuche nicht zu verwechseln. Deshalb ist das Brenngas durch einen roten und der Sauerstoff durch einen blauen Schlauch gekennzeichnet.
  5. Die Werkstoffe schmelzen an den Fügestellen. Zusätzlich wird per Hand ein Zusatzwerkstoff zugeführt. Dadurch entsteht ein Schmelzbad, dass die Werkstoffe miteinander verbindet.

Die Unterschiede zu anderen Schweißtechniken

Das Autogen Schweißen wird oft als Urform des Schweißens bezeichnet. Das liegt einfach daran, dass das Prinzip simpel ist.

  • Anders als bei anderen Schweißgeräten und Schweißverfahren benötigen Sie beim Autogen Schweißen also keine separate Paste, kein zusätzliches Schutzgas und kein anderes Equipment, das die Verbindung der beiden Werkstücke erst ermöglicht.
  • Die Hitze der Flamme, die durch die Sauerstoff-Acetylen-Mischung entsteht sowie der Zusatzwerkstoff, verbindet die beiden Metalle.
  • Ein weiterer wesentlicher Unterschied zu anderen Schweißgeräten besteht darin, dass Sie mit dem Acetylen-Schweißgerät unabhängig vom Stromnetz sind. Sie benötigen keinen Stromanschluss.

Eingesetztes Gas beim Autogenschweißen

Es sind zwei Gasflaschen nötig, um mit einem Autogenschweißgerät zu arbeiten. Die eine ist mit Sauerstoff gefüllt, die andere mit Brenngas. Welches Brenngas Verwendung findet, hängt davon ab, welche Schweißtemperatur erforderlich ist.

Eingesetztes Gas ist oftmals Propan oder Acetylen. Nur sehr selten wird Wasserstoff beim Autogen Schweißen eingesetzt. Dies kommt lediglich vor, wenn Blei oder Aluminium geschweißt werden soll. Aber auch für das Schneidbrennen dicker Bleche aus Stahl dient mitunter Wasserstoff als Brenngas.

Leider steht die Sicherheit beim Autogenschweißen nicht an erster Stelle. Die verwendeten Gase sind durchaus sehr gefährlich. Sowohl Acetylen als auch Propangas sind sehr explosionsfreudig. Sie üben einen Druck von bis zu 1,5 bar aus und werden in Stahlflaschen transportiert. Aus diesem Grund ist es umso wichtiger, beim Einsatz eines Autogen Schweißgeräts entsprechend umsichtig vorzugehen und sich durch eine entsprechende Sicherheitsausrüstung gut zu schützen.

Wann Autogenschweißen eingesetzt wird

Das Autogen Schweißen kommt üblicherweise dann zum Einsatz, wenn Schweißnähte sich nur schwer erreichen lassen. Das ist auf der Baustelle häufig der Fall.

  • Das Verfahren kann in allen Lagen und unter Umständen sogar mit einem Spiegel eingesetzt werden. Dann ist vom Linksschweißen die Rede.
  • Die Autogenschweißgeräte lassen sich als Kleingeräte transportieren, inklusive des Sauerstoffbehälters und des Brenngases. So ist ein Schweißeinsatz überall möglich.
  • Aus diesem Grund kommt ein Autogenschweißgerät auch dann zum Einsatz, wenn Sie mit anderen Schweißtechniken an Ihre Grenzen stoßen (E-Schweißen und Schutzgas-Schweißgerät).
  • Sie können damit viele verschiedene Metalle wie Aluminium, Blei und Stahl bearbeiten.
  • Da das Autogen Schweißen vergleichsweise langsam ist, kommt es in erster Linie beim Auftrags- und Reparaturschweißen zum Einsatz. Insbesondere im Rohrleitungs- und Heizungsbau ist das Verfahren weit verbreitet.

Vor- und Nachteile des Schweißverfahrens

Die Vorteile auf einen Blick:

  • Der größte Vorteil ist, dass Sie ohne Stromversorgung arbeiten können. Andere Schweißgeräte wie Schutzgas- oder Elektroden-Schweißgeräte sind immer an das Stromnetz in der Nähe angewiesen, weshalb sie sich nicht so flexibel einsetzen lassen. Mit einem Autogenschweißgerät hingegen können Sie auch überall im freien Gelände schweißen.
  • Auch in puncto Materialstärke gibt es beim Autogenschweißen keinerlei Einschränkungen. Dünne Bleche lassen sich damit ebenso bearbeiten wie sehr dicke Werkstücke. Der Grund: Sie können die Abtropfmenge vom Schweißdraht selber regeln und somit die Festigkeit und die Stärke der Schweißnaht individuell bestimmen.
  • Für das Autogen Schweißgerät spricht auch, dass Sie nicht mit Schlacke auf der Schweißnaht kämpfen müssen. Demzufolge bleibt Ihnen auch das mühsame Abklopfen der Schlacke mit dem Schlackenhammer erspart. Wenn Sie korrekt arbeiten, entstehen auch keine Lufteinschlüsse in den Schweißnähten.
  • Insbesondere die hohe Flexibilität spricht für das Autogenschweißgerät. Sie können die Schweißnähte in jede beliebige Richtung ziehen. Sowohl Fallnähte als auch Steignähte lassen sich umsetzen. Sogar das Überkopfschweißen ist mit dem Autogenschweißgerät kein Problem.

Nachteile in der Übersicht

  • Die sich bildenden Gase weisen teilweise einen hohen Anteil an Stickstoffoxiden auf. Aus diesem Grund ist es nicht ratsam, mit dem Autogen Schweißgerät in geschlossenen und schlecht belüfteten Räumen zu arbeiten. Am besten schweißen Sie im Freien oder achten auf eine gute Belüftung.
  • Es kommt hierbei zu einer hohen Arbeitstemperaturen und auch zu einem Funkenflug, den Sie nicht unterschätzen sollten. Daher ist Schutzkleidung umso wichtiger.
  • Auch das eingesetzte Brenngas bringt Unsicherheit mit sich. Die Gase führen immer zu einer erhöhten Brand- und Explosionsgefahr.

Autogenschweißgerät kaufen

Sollten Sie ein Autogenschweißgerät kaufen wollen, gibt es ein breites Angebot an Geräten im Netz. Das Sortiment reicht von günstigen Einsteiger-Modellen bis hin zum Profi-Modell.

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Häufig gestellte Fragen und Hintergründe

Mit einem Autogen Schweißgerät, das im Test gut abgeschnitten hat, treffen Sie sicher eine sinnvolle Wahl. Worauf Sie noch achten sollten, wenn Sie ein solches Schweißgerät kaufen möchten, erfahren Sie in den nächsten Abschnitten.

Das Autogenschweißen gilt als recht gefährlich, weshalb es für unerfahrene Heimwerker nicht geeignet ist. Generell ist es empfehlenswert, vor dem ersten Einsatz eines Autogenschweißgeräts bereits Erfahrungen mit anderen Schweißverfahren gesammelt zu haben.

Es gibt für Heimwerker Alternativen, hier stellen wir andere Schweißgeräte vor.

 

Notwendige Schutzausrüstung

Gerade bei der Verwendung eines Autogenschweißgeräts ist eine hochwertige und effektive Schutzausrüstung von hoher Bedeutung.

  • Verzichten Sie beim Schweißen mit dem Autogenschweißgerät daher niemals auf Ihre Persönliche Schutzausrüstung (PSA). Sie sollte in erster Linie aus schwer entflammbarer Kleidung bestehen.
  • Aber auch eine Kopfbedeckung, eine Lederschürze und ein Gehörschutz dürfen nicht fehlen. Zudem sind Schweißer-Handschuhe mit langen Stulpen und eine Arbeitsschutzbrille, die über dunkel getönte Gläser verfügt, für Ihren persönlichen Schutz sehr wichtig.

Mit einem Acetylen-Schweißgerät sind Sie unabhängig von elektrischem Strom. Sie benötigen daher keinen Stromanschluss in der Nähe.

Mobil und leicht

Ja, die meisten Autogen-Schweißgeräte sind gut tragbar, weil sie vergleichsweise leicht sind. Das ermöglicht einen mobilen und flexiblen Einsatz.

Das Gewicht wird letztendlich durch die Größe der Gasflaschen bestimmt, sie machen das wesentliche Gewicht aus.

Kosten für das Schweißgerät

Vergleicht man Autogenschweißgeräte mit anderen Modellen, so stellt man fest, dass sie vergleichsweise preisgünstig sind. Allerdings ist die Preisspanne für Autogenschweißgeräte groß. Günstige Modelle sind schon für weniger als 100 Euro erhältlich.

Aber auch Geräte für mehr als 200 Euro werden oftmals angeboten. Einen dreistelligen Betrag müssen Sie einplanen, wenn Sie ein professionelles Autogen Schweißgerät kaufen möchten. Ein solches benötigen Sie als Kleinanwender oder Heimwerker aber nicht. Für die meisten Einsatzbereiche sind preiswerte Exemplare ausreichend.

Notwendiges Zubehör

Bevor Sie mit dem Autogenschweißen beginnen können, benötigen Sie folgendes Zubehör:

  • Schneidbrenner
  • Druckregler oder Druckminderer
  • Sicherungsautomat / Rückschlagsicherung
  • Autogenschläuche

Der Druckregler sollte über Manometer verfügen, die es Ihnen ermöglichen, den Druck zu messen. Oft werden Autogenschweißgeräte als komplette Sets angeboten, die vielseitig einsetzbar sind, sodass Sie nicht sämtliches Equipment einzeln kaufen müssen.