Skip to main content

Schweißen lernen: Schweißverfahren | notwendige Lerninhalte | Ausbildungswege

Es macht einen grundlegenden Unterschied, ob Sie in der privaten Werkstatt schweißen wollen oder aus beruflichen Gründen. In vielen Metallberufen wie Konstruktionsmechaniker oder Anlagenmechaniker gehört die Kenntnis im Schweißen zur Pflicht. Es gelten auch andere Anforderungen, wenn Sie tragende Teile von Stahlkonstruktionen schweißen wollen anstatt nur defekte Werkzeuge zu reparieren. Für verschiedene Anforderungen gibt es zudem unterschiedliche Speziallehrgänge.

Wir stellen hier kurz dar, auf welchen Wegen Sie das Schweißen lernen können.

Schweissen lernen

Welche Schweißverfahren können erlernt werden?

Es existieren sehr viele Schweißverfahren, die in die Kategorien Schmelzschweißverfahren und Pressschweißverfahren eingeteilt werden. Die Pressschweißverfahren benötigen allerdings derart große Kräfte, dass diese nur maschinell ausgeführt werden.

Die Schmelzschweißverfahren hingegen können Sie in Lehrgängen und Kursen erlernen.

Schweißverfahren Details
Gasschmelzschweißen Die älteste noch angewendete Methode ist das Gasschmelzschweißen, auch Autogenschweißen genannt und eignet sich eher für Nichteisenmetalle. Hierbei werden die Werkstücke mit einer Flamme aus Acetylen und Sauerstoff geschmolzen und unter Zuhilfenahme eines Schweißdrahtes verbunden.
Lichtbogenhandschweißen Das Lichtbogenhandschweißen (auch E-Handschweißen) ist ein altes, aber aufgrund niedriger Kosten noch häufig genutztes Verfahren. Hier wird Strom über eine ummantelte Elektrode durch den Schweißstoß geleitet, wobei dieser aufschmilzt. Der Mantel der Elektrode bildet ein Schutzgas, das eine Oxidation vermeidet.
Metallschutzgasschweißen Beim Metallschutzgasschweißen wird der Schweißdraht von einem Motor in einer regelbaren Geschwindigkeit kontinuierlich zugeführt. Das Schutzgas wird über einen Schlauch direkt an die Schweißstelle transportiert. Man unterscheidet die Verfahren Metall-Inertgasschweißen (MIG) für Nichteisenmetalle und Metall-Aktivgasschweißen für Stahl. Das Wolfram-Inertgasschweißen (WIG) funktioniert im Grunde wie MIG-Schweißen, jedoch wird hier eine nicht abschmelzende Elektrode aus Wolfram verwendet.
Plasmaschweißen Eine der jüngeren Techniken für Schweißungen von Hand bildet das Plasmaschweißen. Es wird oft als Unterkategorie des Metallschutzgasschweißens angesehen. Hier erzeugt ein elektrischer Lichtbogen ein Plasma. Dieses Verfahren erlaubt aufgrund der Konzentration der Wärmezufuhr die Schweißung von fast allen Materialstärken.

Welche wesentlichen Inhalte müssen erlernt werden?

Die Festigkeit einer Schweißnaht hängt von einer ganzen Reihe an Faktoren ab. Anfängerkurse im Schweißen bringen Ihnen vom Anfang an bei, worauf es ankommt.

Know How Details
Metalltechnik & handwerkliches Geschick Eine gewisse Grundkenntnis im Bereich der Metalltechnik ist auf jeden Fall von Vorteil, für Grundlehrgänge jedoch nicht zwingend erforderlich. Das Einzige, das Sie in jedem Fall mitbringen müssen, ist ein wenig handwerkliches Geschick.
Grundkenntnisse Schweißverfahren & Metalle In der Theorie wird das Wissen vermittelt, welche Schweißverfahren bei welchem Prozess zum Einsatz kommen. Dabei erlernen Sie, das Verfahren anhand der zu verschweißenden Materialien auszuwählen und beispielsweise Eisenmetalle und Nichteisenmetalle zu unterscheiden. Auch die örtlichen Gegebenheiten wie Stromanschlüsse können die Wahl des Schweißverfahrens beeinflussen.
Schweißnähte & Schweißfehler Die Arten und Formen von Schweißnähten gehören zum absoluten Grundwissen für angehende Schweißer. In jedem Kurs werden deshalb Schweißnahtkenntnisse vermittelt und gleichzeitig Schweißfehler aufgezeigt, welche durch die Hitze entstehen können. Durch die Kenntnis dieser Fehler fällt es Ihnen später leichter, diese durch richtige Handhabung zu vermeiden. Außerdem lernen Sie hier, wie Sie verschiedene Fehler bereits beim Schweißen erkennen und abstellen können. Oftmals sind es Einstellungen am Gerät, die Schweißfehler verursachen.
Vorbereitung & Materialien Bei jedem Schweißverfahren ist eine ordentliche Vorbereitung unerlässlich. Sie werden also erlernen, welche Arten von Schweißstößen es gibt und welcher Stoß sich für welches Anwendungsgebiet eignet. Die Befreiung der zu schweißenden Flächen von Fremdkörpern wird Ihnen ebenfalls beigebracht. Außerdem erhalten Sie wertvolle Tipps zum Umgang mit beschichteten oder lackierten Materialien, die geschweißt werden sollen.
Spezialisierung Jedes Schweißverfahren weist einige Besonderheiten in der Handhabung auf, die es von den anderen Unterscheiden. Diese zu kennen und zu berücksichtigen ist eine Grundvoraussetzung für eine saubere und haltbare Schweißnaht. Bei einem Lehrgang können Sie sich entweder auf eines oder mehrere Verfahren spezialisieren oder einen umfangreichen Kurs mit allen gängigen Schweißverfahren besuchen.

Welche Ausbildungswege gibt es?

Eine direkte Bezeichnung für einen Ausbildungsberuf als „Schweißer“ gibt es zwar, diese Ausbildung wird allerdings nur sehr selten angeboten. Die meisten Schweißer erlernen in ihrer Firma einen Beruf im Metallbau mit einer Spezialisierung als Schweißer. Diese Spezialisierung wird durch zusätzliche Lehrgänge während der Ausbildung erreicht.

  • Interessieren Sie sich tiefgreifend für das Thema Schweißen, kann hingegen der Studiengang Schweißfachingenieur der richtige Weg sein. Dieser ist jedoch erst nach einem technischen Grundstudium zugänglich. Als Grundlage bietet sich beispielsweise ein Maschinenbaustudium an, weil hier bereits tiefgreifende Kenntnisse der Werkstoffe vermittelt werden.
  • Schweißen können Sie jedoch auch ohne Ausbildung oder Studium erlernen. Viele Schulen bieten Kurse an, die Ihnen das theoretische und praktische Grundwissen vermitteln. Die Kurszeiten variieren von Schule zu Schule. Während einige Schulen nur Vollzeitkurse anbieten, können Sie Ihre Kenntnisse bei anderen Bildungsträgern auch nach der Arbeit erweitern.

Für die Arbeit als Schweißer wird mindestens der Schweißerschein vorausgesetzt. Diesen erhalten Sie nach einem Lehrgang mit einer anschließenden Prüfung durch den TÜV. Aufbauende Lehrgänge nach dem Schweißerschein sind Schweißwerkmeister, Schweißtechniker, Schweißgüteprüfer oder Schweißkonstrukteur. Mit diesen Weiterbildungen dürfen Sie im Betrieb höherwertige Aufgaben übernehmen.

Welche Schutzausrüstung sollte getragen werden?

Beim Ausführen von Schweißarbeiten ist eine umfangreiche Schutzausrüstung nötig, um Ihre Gesundheit zu schützen.

  1. Augen & Gesicht: Unabhängig vom Schweißverfahren ist aufgrund der Helligkeit ein Augenschutz wichtig. Bei Autogenschweißen reicht hier meist eine Schweißerbrille, bei Schutzgassschweißen hingegen ist ein Schweißerhelm empfehlenswert.
  2. Hände: Die große Hitzeentwicklung macht hochwertige Schweißerhandschuhe zur Pflicht. Im Bereich einiger Zentimeter um die Schweißstelle herum herrschen Temperaturen von mehreren hundert Grad. Schützen Sie Ihre Hände vor dieser Hitze und schweren Verbrennungen bei Kontakt mit dem Metall.
  3. Körper & Füße: Weiterhin tragen Sie beim Schweißen grundsätzlich nur Kleidung, welche die UV-Strahlung von der Haut abhält und feuerfest ist. Es ist kein direkter Kontakt mit der Flamme nötig, denn auch die heißen Funken können Kleidungsstücke entzünden. Achten Sie darauf, dass Jacke bzw. Schürze, Hose und Schweißerschuhe aus schwer entflammbarem Material bestehen.

Ähnliche Beiträge