Skip to main content

Schweißhelme und Masken: Schutz für Kopf und Gesicht

Während für kurzzeitige Schweißarbeiten mit nicht allzu großen Betriebsströmen eine Schweißerbrille ausreicht, macht bei längeren Arbeiten mit großen Strömen ein Schweißhelm Sinn. Dieser schützt nicht nur die Augen, sondern den gesamten Kopf und kann dazu noch mit komfortablen Zusatzfunktionen versehen werden. Besonders bei täglichen Schweißarbeiten können diese Funktionen Ihre Gesundheit langfristig schützen.

Welche Gefahren entstehen für Kopf und Hals?

Neben der beim Schweißen allgegenwärtigen Blendungs- und Verbrennungsgefahr besteht durch die intensive UV-Strahlung eine enorme Verbrennungsgefahr für die Haut.

  • Einige Sekunden dieser Strahlung reichen aus, um bei empfindlichen Menschen einen schweren Sonnenbrand hervorzurufen. Selbst, wenn Sie zu jenen Menschen mit guter UV-Verträglichkeit gehören, sollten Sie minutenlange ungeschützte Einstrahlungen vermeiden.
  • Die Gefahr durch fliegende Funken variiert zwar mit dem Schweißverfahren und dem geschweißten Material, kann aber nie gänzlich ausgeschlossen werden. Diese Funken können mehrere Meter weit fliegen und sind beim Auftreffen auf die Haut oder Kleidung immer noch mehrere hundert Grad heiß. Das führt dazu, dass diese Ihre Kleidung beschädigen und die Haut schmerzhaft verbrennen können. Besonders schmerzhaft sind Funken, welche im Kopf- oder Halsbereich mit der Haut in Kontakt gelangen.
  • Bei allen Schweißverfahren entstehen Dämpfe und Gase, welche keine zu großen Konzentrationen in der Atemluft annehmen sollten. Dazu gehören unter anderem Kohlenmonoxid (CO), Stickstoffoxyde (NO, NO2) und Ozon (O3) sowie Metalloxide, welche verschiedene Schäden im Körper anrichten können. Die Art und Menge der Schadstoffe unterscheidet sich bei verschiedenen Schweißverfahren, Materialien und Zusatzstoffen.

Gegen diese Gefahren gibt es verschiedene Lösungen, deren Notwendigkeit für den jeweiligen Arbeitsplatz separat beurteilt werden muss. Sie können sich entweder mit einer Kombination aus Schutzmaßnahmen gegen diese Gefahren absichern oder einen multifunktionalen Schweißerschutzhelm kaufen, welcher alle Schutzfunktionen vereint.

Formen, Größe, Materialien und Layout

Die Unterscheidung zwischen Schweißmaske, Schweißschild und Schweißhelm ist grundsätzlich: Schweißmaske und Schweißschild bezeichnen eine Vorrichtung, welche mit einer Hand gehalten werden muss, während der Schweißhelm freihändig auf dem Kopf getragen wird. Es gibt allerdings auch Schweißmasken mit einer zusätzlichen Kopfhalterung, wodurch diese Unterscheidung ein wenig verwischt.

Bei Schweißhelmen gibt es generell keine Größen, da alle Helme mit einem verstellbaren Gurt ausgestattet sind, welcher am Kopf befestigt wird. Das Gleiche gilt für Masken mit Halterung. Größenunterschiede gibt es allerdings bei den Abmessungen des Sichtfeldes. Ein größeres Sichtfenster fühlt sich für den Schweißer generell angenehmer an. Hier gilt allerdings: Das Sichtfeld eines solarbetriebenen Automatikhelms ist immer kleiner als das eines batteriebetriebenen Helms.

Bei den Materialien ist die Auswahl nicht sehr groß. Die meisten Schweißhelme sind aus Polyamid, günstige Modelle dagegen oftmals aus Polypropylen. Grundsätzlich geeignet sind beide Materialien, wobei Polyamid deutlich niedrigere und höhere Temperaturen verträgt und somit auch bei raueren Bedingungen eingesetzt werden kann.

Wenn Sie einen großen Wert auf die optische Ausstrahlung legen, können Sie einen Schweißhelm kaufen, der über ein spezielles Design verfügt. Unter anderem die Hersteller 3M und Lesoleil bieten Schweißhelme mit ansprechenden Verzierungen vom Blitzgewitter bis zum klassischen Totenkopfdesign an. Auch eine Anlehnung an die beliebten Airbrush-Motive auf Motorradhelmen ist möglich.

Spezielle Funktionen der Schweißhelme

  • Die modernste Technik stellt der Schweißhelm mit Frischluftzufuhr dar. Dieser ist am Kopf geschlossen und verfügt über eine separate Frischlufteinheit, welche normalerweise an der Hüfte oder am Rücken befestigt wird. Diese Einheit saugt frische Luft an, filtert diese und bläst sie durch einen einstellbaren Lüfter über einen Schlauch ins Innere des Schweißhelms.Der Schweißhelm mit Belüftung ist zwar deutlich teurer als gewöhnliche Schweißhelme, doch auf diese Art können Sie es komplett vermeiden, die schädlichen Dämpfe und Gasen einzuatmen. Für den täglich mehrstündigen Gebrauch sollten Sie diese Variante in Betracht ziehen.
  • Eine weit verbreitete Zusatzfunktion ist ein automatisch abblendender Filter. Dieser muss, einmal richtig eingestellt, nicht mehr abgenommen werden und schaltet automatisch um, sobald der Schweißvorgang beginnt. Schweißhelme mit Automatik sind zwar etwas teurer als gewöhnliche Modelle, bieten allerdings deutlich mehr Komfort, weil das permanente Aufnehmen und Ablegen der Maske entfällt.
  • Ein Schweißhelm mit Absaugung verfügt im Gesichtsbereich über einen Ansaugstutzen, welcher die entstehenden Dämpfe vor dem Gesicht des Schweißers absaugt. Dazu muss der Schweißhelm nur mit einer externen Absaugung verbunden werden. Hierbei handelt es sich um eine günstigere Alternative zum Schweißhelm mit Frischluft. Der Nachteil an der Absaugung ist, dass diese nicht restlos alle schädlichen Dämpfe absaugen kann und ein kleiner Rest möglicherweise eingeatmet wird.

Einteilung der Schutzstufen

Hier gilt: Je größer die Stufe ist, umso mehr Licht fängt das Visier des Helms ab. Ein Helm mit hoher Schutzstufe dunkelt also mehr ab als ein Helm mit niedriger Stufe. Es existieren Tabellen, aus welchen ersichtlich ist, welche Schutzstufe benötigt wird. Diese richtet sich nach dem Schweißverfahren, dem Gasverbrauch und dem Betriebsstrom.

Die Einteilung der Schweißhelme in Schutzstufen zwischen 1,1 und 17 wird nach EN 169 (Filter für das Schweißen und verwandte Techniken) beziehungsweise nach EN 379 (automatische Schweißschutzfilter) vorgenommen. Prüfinstitute unterziehen dafür den Schweißhelm einem Test.

Die Einhaltung der Schutzstufe ist sehr wichtig. Bei einer zu niedrig gewählten Stufe würde der Filter zu viel Licht durchlassen und eine Gefahr für die Augen darstellen. Eine zu hoch gewählte Stufe hingegen würde Sie während des Schweißvorgangs vor Dunkelheit blind werden lassen.

Bekannter Hersteller

  • Die Marke 3M stellt die in Fachkreisen bekannten Speedglas-Modelle her. Diese liegen zwar preislich über dem Durchschnitt, dafür bieten die Produkte der Marke außergewöhnlich gute Eigenschaften bei einer hervorragenden Haltbarkeit und einer Vielzahl an Zusatzfunktionen.
  • Der Hersteller Optrell ist preislich ebenfalls weit oben einzuordnen, bietet dafür jedoch einzigartige Qualität mit immer neuen Innovationen. Die Helme zeichnen sich durch große Sichtfelder und hochwertige Designs aus.
  • Die Hersteller Würth und Esab stellen verschiedene Schweißhelme und -masken in der mittleren und oberen Preisklasse her. Die Produkte sind qualitativ sehr hochwertig und meist sehr schlicht gestaltet.
  • Bei Landi finden Sie nicht nur Schweißerzubehör, sondern diverse Artikel rund ums Haus. Trotz fehlender Spezialisierung sind die Schweißerhelme mit der aktuell standardmäßigen Technik ausgestattet und für den privaten Gebrauch ausreichend.

Richtige Pflege der Schweißhelme

Die Reinigung des Visiers und der Blendschutzkassette ist besonders bei automatischen Schweißhelmen wichtig, um die Funktion zu erhalten. Generell kann die Reinigung mit einem weichen Tuch und Wasser sowie Seife vorgenommen werden. Im Zweifel sollten Sie sich an die Reinigungshinweise des Herstellers halten.

Von der Verwendung von Lösungsmitteln oder Reinigungsmitteln mit Schleifwirkung sollten Sie generell absehen, da eine beschädigte Oberfläche des Visiers die Sicht und Funktionsfähigkeit der Sensoren stark beeinträchtigen kann.

Ein Schweißhelm erfüllt mehrere Aufgaben beim Schweißen: Er schützt Kopf, Augen, Nacken und Gesicht vor Spänen, Schweißtropfen und der Hitze und verdunkelt das Bild für die Augen. Es gibt Schweißschilde,  Masken und Schweißhelme mit Automatik, die diese wichtige Schutzfunktion erfüllen. Weiterhin gibt es Modelle, die mit einer Frischluftzufuhr und/oder einer Absaugung ausgestattet sind, was das Arbeiten angenehmer gestaltet. Auch das Design reicht von Totenkopf Optik bis hin zu Airbrush Design. Der Preis des Schweißhelms ist dabei stark abhängig von der Funktionalität und dem Hersteller.